Lexikon

Hornhautverkrümmung

Der Begriff Hornhautverkrümmung ist die gängige Alternative zu dem Fachbegriff Astigmatismus. Dieser umschreibt eine Fehlsichtigkeit, die in den meisten Fällen angeboren ist. Eine Veränderung der Werte während der Wachstums- oder einer späteren Lebensphase ist nicht zu erwarten. Betroffene leiden unter einer verschwommenen Sicht. Der Auslöser dafür ist eine Verformung der Hornhaut. Normalerweise ist sie in allen Bereichen durchgehend konvex gewölbt. Bei Astigmatismus sind allerdings sogenannte Vertiefungen aufzuweisen. Es gilt zu beachten: da der Körperbau jedes Menschen einzigartig ist, kommt es auch zu normalen Abweichungen bei der Hornhaut. Falls diese den Wert von 0,5 Dioptrien nicht überschreiten, ist eine Sehhilfe nicht notwendig.

Bei einer Hornhautverkrümmung empfängt die Netzhaut die Lichtstrahlen nicht wie bei einer normal geformten Hornhaut an einen bestimmten Punkt, sondern dieser Bereich ist auf eine größere Fläche ausgeweitet. Aus diesem Grund kommt es zu einer Fehlinterpretation von dem optisch Wahrgenommenen. Dies erklärt auch den Begriff Astigmatismus, da der Buchstabe A eine Verneinung symbolisiert und Stigma ein Synonym für Punkt ist.

Hornhautverkrümmung ist anders zu behandeln als eine Kurz- bzw. Weitsichtigkeit, da der Ursprung der anderen Art von Fehlsichtigkeit ein falschgeformter Augapfel ist. Brillenträger leiden allerdings oft unter beiden Problemen und benötigen deswegen eine spezielle Korrektur.

Bestimmung von Astigmatismus

Bei einem normalen Sehtest werden, wie auch für eine Kurz- und Weitsichtigkeit, entsprechende Kontrollen für eine Hornhautverkrümmung durchgeführt. Dabei wird der Punkt ausfindig gemacht, wo der Brechwert der Linse am größten bzw. am geringsten ist. Anhand des Brillenpasses wird anhand dreierlei Merkmale ersichtlich inwieweit die Hornhautverkrümmung ausgeprägt ist. Die Dioptrien geben Auskunft über die Stärke der zu korrigierenden Verkrümmung. Der Zylinderwert bestimmt sozusagen die Vorgehensweise der Korrektur und die Achsenangabe die dafür entscheidende Position.   

Korrektur von Astigmatismus

Durch die ausgereifte Forschung und Entwicklung im Bereich der Sehkraft existieren 3 verschiedene Methoden zur Korrektur. Die Mehrheit der unter Astigmatismus leidenden Personen entscheidet sich für spezielle Brillengläser oder Kontaktlinsen, um scharf zu sehen. Falls jedoch beide Hilfsmittel nicht zur Anwendung kommen können, muss auf eine Operation zurückgegriffen werden.

Brille

Sogenannte torische Brillengläser können die Auswirkung von der fehlgeformten Hornhaut komplett berichtigen. Die Gläser sind speziell konzipiert, sodass das Licht, wie auch bei einem gesunden Auge, auf einen bestimmten Punkt trifft.

Kontaktlinsen

Unter der Voraussetzung, dass die Augen eines Patienten generell geeignet sind für eine Korrektur mittels Kontaktlinsen, eignen sich auch diese um eine scharfe Sicht bei einer Hornhautverkrümmung zu gewähren. Ebenso bei Brillengläsern gibt es verschiedene Arten und Modelle. AN der Ausprägung des Astigmatismus wird ersichtlich, ob noch normale oder torische Linsen getragen werden müssen. Die wesentliche Unterscheidung zwischen beider genannter Arten ist, dass das natürliche Drehen von der Linse durch bestimmte Techniken bei den zuletzt genannten verhindert wird. Zum einen können sich Kontaktlinsenträger anhand der unterschiedlichen Dicke der Linse orientieren. Des Weiteren wird das Merkmal der Linsenverkürzung angewendet. Ein Teil des unteren Bereichs wird abgetrennt, um dem Kontaktlinsenträger das richtige Einsetzen der Sehhilfe zu erleichtern. Eine Gewichtung wird ebenfalls verwendet, um das Verrutschen der Linse zu verhindern.

Operation

Wie oben bereits erwähnt, kommt eine Operation alleinig dann in Frage, wenn die Behandlung mit einem Brillengestell oder mit Kontaktlinsen nicht möglich ist. Die Stärke der Sehschwäche beeinflusst die Wahl der Operationsmethode. Um jegliche Chancen von Risiken zu minimieren, ist eine ausführlichen Untersuchung der Augen von dem Patienten erforderlich.