Lexikon

Hartschicht

Hartschichten sind heute zusammen mit der Entspiegelung zum Standard geworden. Es werden Lacke verwendet, die einen nahezu idealen Puffer zwischen der Linsenoberfläche und der eher spröden Entspiegelungsbeschichtung bilden.  Organische Brillengläser sind aufgrund ihres geringen spezifischen Gewichtes ausgesprochen leicht und daher besonders empfehlenswert. Allerdings ist organisches Brillenglasmaterial an der Oberfläche relativ weich und somit nicht sehr kratzbeständig. Um dennoch höchsten Ansprüchen zu genügen, können organische Brillengläser mit einer Hartschicht versiegelt werden. An Kratzspuren entsteht diffuses Streulicht, und der Seheindruck beim Blick durch das Brillenglas ist unklar und milchig. Zudem sind verkratzte Brillengläser unästhetisch. Die etwa 2 µm dicke Hartschicht macht die Oberfläche kratzfester und erhöht so deutlich die Lebensdauer des Brillenglases.

Die Vorteile von Hartschichten:

  • sie Brillengläser sind kratzfester,
  • sie haben eine längere Lebensdauer,
  • die Pflege der Brillengläser aufgrund geringerer Kratzempfindlichkeit ist einfacher,
  • und die optische Abbildungsqualität bleibt länger erhalten.

 

Eine Hartschicht wertet Ihre Gläser auf

Hochbrechende organische Brillengläser  besitzen eine so geringe Kratzfestigkeit, dass eine Hartschicht unbedingt notwendig ist. Die Hartbeschichtung organischer Brillengläser mit einem Tauchlack ist, verglichen mit dem, 1959 erstmals bei Brillengläsern ein-geführten Entspiegelungsverfahren, eine recht junge Technologie. Das organische Brillenglas Clarlet kam 1965 auf den Markt. Bis zur Einführung der ersten Tauchhartschicht vergingen jedoch noch zwei Jahrzehnte. Im Jahr 1986 bot Carl Zeiss die ersten Clarlet Brillengläser mit Tauchhartschicht an. Bereits 10 Jahre später hatte sich die Hartschicht als unverzichtbare Standardvergütung für organische Brillengläser etabliert. Tauchhartschichten werden meist mit Polysiloxan Lacken hergestellt. Diese ergeben mit ihren hartelastischen Eigenschaften einen nahezu idealen Puffer zwischen der Brillenglasoberfläche und der eher hartspröden Entspiegelungsschicht. Dabei werden mehrere Gläser nach einem Reinigungs- und Vorbehandlungsprozess in speziellen Halterungen, den sogenannten Tauchfedern, fixiert und in den Polysiloxan-Lack eingetaucht. Die Dicke der Hartschicht wird über die Ein- und Austauchgeschwindigkeit sowie über die Viskosität (Zähflüssigkeit) des Lackes reguliert. Damit stets die gewünschte Viskosität gewährleistet ist, muss die Umgebungstemperatur konstant 18° C betragen. Ein- und Austauchgeschwindigkeit werden rechnergesteuert kontrolliert und müssen ebenso wie die Viskosität des Lackes penibel eingehalten werden, um eine hohe Qualität der Hartschicht zu gewährleisten. Um eine Verunreinigung durch Staub auszuschließen, wird unter Reinraumbedingungen gearbeitet. Zur Aushärtung des Tauchlackes durch-laufen die beschichteten Brillengläser einen Temperofen. Je nach Brillenglasmaterial verbleiben die Brillengläser zwischen drei und vier Stunden in dem Ofen. Durch den Aushärtevorgang ergibt sich eine stabile Verbindung zwischen Brillenglas und Lack, die eine Ablösung der Hartschicht ausschließt. Die Vergütung optischer Gläser ist ein unverzichtbares Muss, will man die Abbildungsqualität einer Brille lange erhalten.