Lexikon

Atropin

Atropin kommt in Nachtschattengewächsen, wie der Alraune, der Engelstrompete, dem Stechapfel und der  Tollkirsche vor. Der Heidelberger Pharmazeut, Phillip Lorenz Geiger (1785-1836) gilt als sein Entdecker.

Bekannt ist Atropin in der Augendiagnostik, zum weiten der Pupillen für notwendige Untersuchungen des Augenhintergrundes. Die Wirkungen sind aber sehr viel weitreichender, sodaß im Umgang mit Atropin Vorsicht geboten ist.  Atropin ist ein Giftstoff, der schon in geringen Dosen zur Atemlähmung, Herzrasen und Erschlaffung der glatten Muskulatur führen kann.

In der Augenheilkunde finden gering dosierte Atropin-Augentropfen heilende Anwendungen. So kann zum Beispiel eine geringe Gabe die Kurzsichtigkeit bei Kindern eindämmen und bei Erwachsenen mit einer Glaskörpertrübung die Symptome verringern. Üblicherweise wird das, aus der Tollkirsche gewonnenen Atropin in der Augenheilkunde in einer 1%-igen Lösung eingesetzt, um den Augenmuskel kurzfristig zu lähmen und die Pupille zu erweitern. Durch die geringe Dosis wird die Sehleistung nur mäßig beeinflusst, da die Pupille lediglich um etwa 1 mm weiter gestellt wird. Dennoch wird geraten, aufgrund der erhöhten Lichtempfindlichkeit  für einige Stunden kein Fahrzeug zu führen.

Glaskörpertrübungen stören am meisten, wenn man ins Helle schaut. Die Pupille wird dann sehr eng, damit nicht zu viel Licht auf die Netzhaut gelangt. Die gering dosierten Atropin-Augentropfen weiten etwas, wodurch störende Glaskörper nicht so stark wahrgenommen werden, wie mit eng gestellter Pupille. Bei Patienten, die unter Glaskörpertrübungen leiden, hat sich die Atropin-Augentropfen-Therapie als eine schonende und wirkungsvolle Maßnahme herausgestellt.