Lexikon

Anti Fog Beschichtung

Glasklare Oberflächen, die transparent bleiben sollen müssen geschützt werden, da sich die Transparenz (Durchlässigkeit für Licht) durch Wasserdampf, Nebel (engl. Fog), Staub, Fett usw. stark verringert. Zum Verhindern derartiger Beschläge nutzt man Beschichtungen mit Nanopartikeln (kleiner 10-9 m), oder mit Benetzungsflüssigkeiten. Diese Antifog-Beschichtungen sind glasklar, haben eine Dicke von wenigen Mikrometern und verändern die optischen Eigenschaften des Trägerglases nicht.

Ein solches Beschichtungsverfahren mit Nanopartikeln entwickelte 2005 der Amerikaner Michael Rubner und erzielte damit eine dauerhafte Beschichtung von Glasträgern mit einem Anti-Fog-Effekt. Das Beschichtungsmaterial stammt aus der Halbleitertechnik (Siliziumoxid-Nanopartikel), das in einen Polymerfilm eingebracht wird. Desweiteren nutzt man Sprays die ein sogenanntes Benetzungsmittel enthalten, welche bei der Kondensation von Wasserdampf die entstehenden, superkleinen Tröpfchen, welche das Licht streuen und die Sicht aufheben bzw. stören, wirksam verhindern.

Die Einsatzgebiete von Anti-Fog-Beschichtungen erfolgt bei transparenten Sichtvisieren für Motorradhelme, Spezialbrillen im Arbeitsbereich, Schwimmerbrillen u.a.m.. Nach der Beschichtung sind die aufgebrachten Anti-Fog-Schichten wenig kratz-und wischanfällig.  Großtechnisch werden solche Anti-Fog-Beschichtungen bei Autoscheiben, Scheinwerfern, im Flugzeugbau, bei optischen Geräten und bei Sichtfenstern in Industrieanlagen zur störungsfreien Überwachung der Prozesse eingesetzt.

Der Vorteil gegenüber Sprays ist eine gleichmäßigere Behandlung größerer Glasflächen.  Bei auftretenden Temperaturdifferenzen von über 60° C. stößt die Wirksamkeit der Anti-Fog-Beschichtung an ihre Grenzen (Skisport). Hier sind gute Belüftungskanäle zusätzlich erforderlich. Beim zu intensiven Reinigen, der so behandelten Gläser kann auch die Anti-Fog-Beschichtung Schaden nehmen und muss nachbehandelt werden.