Lexikon

Adaption

Adaption bedeutet Anpassung,  in der optischen Begriffserläuterung eine Anpassung an hell und dunkel. Im Hintergrund des Auges befinden sich optische Sensoren, die sogenannten Zäpfchen und Stäbchen. Die Zäpfchen  haben eine größere Lichtempfindlichkeit als die Stäbchen. Die Ursache dafür ist, daß die Zäpfchen sich in ihrer größten Ansammlung am Ort des schärfsten Sehens befinden.  In der Dunkelheit ist kein scharfes Sehen mehr möglich, da zu wenig Licht bis an die Zäpfchen gelangt. Ebenso ist die Farberkennung wesentlich  geringer.

Ein Begriff ist hier von Bedeutung, die Flimmerfusionsfrequenz. Sie ist die Frequenz, bei der eine Folge von Lichtblitzen als ein kontinuierliches Licht wahrgenommen wird. Sie liegt bei 20-90 Hz. Im niederfrequenten Bereich spricht man vom skoptischen Sehen (Dunkelbereich, Stäbchensehen) und im höheren Frequenzbereich (Hellbereich, Zäpfchensehen) vom photopischen Sehen. Die Pupillenweite spielt bei der Adaption an optimale Lichtverhältnisse (diese versucht das komplexe System Auge immer herzustellen) eine bedeutende Rolle. Durch einen Automatismus stellt ein Muskel die Pupillenweite nach den Erfordernissen ein.

Ein weiterer Faktor der Adaption ist die Produktion eines chemischen Stoffes, namens Rhodopsin. Dieser Stoff bewirkt  einen verbesserten Transport von Photonen (Lichtquanten) im Auge, welches dadurch lichtempfindlicher wird. Wenn weniger Licht einfällt, produziert das Auge mehr Rhodopsin und nach etwa 40 min. ist die maximale Empfindlichkeit (also die optimale Adaption) im Auge erreicht.

Zur optimalen Adaption gehört auch der automatisch eintretende Effekt (Ausdehnung rezeptiver Felder), daß sich bei einer Verringerung des Lichtangebotes ein bestimmtes Sehzentrum verändert und ausdehnt, sodaß mehr sensorische Ganglienzellen zur Verfügung stehen, die sonst für die Peripherie des Auges arbeiten, wird die Lichtempfindlichkeit im Dunkeln wieder etwas erhöht. Das bisher Beschriebene betrifft die Dunkel-Adaption.

Bei der Hell-Adaption finden gegenläufige Veränderungen statt. Sind die Lichtverhältnisse gut,  so wird im Auge von Stäbchen auf die Zäpfchen umgeschaltet, sodaß scharf und in Farbe gesehen wird. Die Pupillenweite verengt sich wieder, da ein anderer Pupillenmuskel automatisch zu arbeiten beginnt. Die Farbstoffkonzentration im Auge sinkt wieder und das Auge wird lichtunempflindlicher. Ebenso verkleinert sich das Zentrum des rezeptiven Feldes.  Die Hell-Dunkel-Adaption können Sie selbst testen, in dem Sie für längere Zeit ein schwarz-weißes Bild ansehen. Schauen Sie dann auf ein Blatt weisses Papier, so sehen Sie jetzt das Bild umgekehrt: was vorher schwarz war ist nun weiß und das weiß ist schwarz.