Lexikon

Sauerstoffdurchlässigkeit

Die Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk) ist eine Meßgröße, welche nur Kontaktlinsen betrifft. Die Berechnung der Sauerstoffdurchlässigkeit ist der Quotient aus der Durchlässigkeit (Dk) und der Kontaktlinsendicke (t). Zur Ermittlung der Sauerstoffdurchlässigkeit wird eine Norm-Kontaktlinse mit 3,0 Dioptrien (dpt) verwendet. Durch die schrittweise Verringerung der Kontaktlinsendicke steigen die Werte für die Sauerstoffdurchlässigkeit an. Das bedeutet, je geringer die Kontaktlinsendicke, desto höher wird die Sauerstoffdurchlässigkeit, was auch logisch ist. Natürlich spielt auch der Werkstoff, Glas oder Kunststoff, mit seiner spezifischen Dichte eine Rolle bei der Durchlässigkeit von Sauerstoff in Molekülgröße.

Sauerstoffdurchlässigkeit - ein Parameter der Augensicherheit

Durch das Tragen von Kontaktlinsen (Jahreslinsen), die sich adhäsiv an die Hornhaut ansaugen, kann die Hornhaut geschädigt werden, wenn der natürliche Gasaustausch zwischen Auge und Umwelt gestört ist. Die Folgen dieser Störung sind die Bildung von roten Äderchen, Hornhautschwellungen, oder im schlechtesten Fall Vernarbungen sowie Zystenbildung. Um diese unerwünschten Störungen zu unterbinden, wurden Sauerstoffdurchlässigkeitswerte für alle Kontaktlinsen ermittelt und zusätzlich maximale Tragezeiten vorgeschrieben. Hier ist man gut beraten, sich an diese Parameter zu halten.

Es liegt auf der Hand, dass sich die Hornhaut dagegen wehrt, dass sie mit einem Fremdkörper, der Kontaktlinse, verschlossen wird. Daher produziert sie verstärkt Eiweisse und Fette um diesen Fremdkörper abzustossen, wodurch die feinsten Poren dieses amorphen Glaskörpers zugesetzt werden und kein Gasaustausch, ergo kein Sauerstoff mehr die Hornhaut erreicht. Am besten sind also Kontaktlinsen mit einem Dk/t-Wert von über 100,  welche am Tag und auch in der Nacht getragen werden können, jedoch auch nach vorgebenen Zeit gewechselt oder gereinigt werden müssen.