Lexikon

Krümmungsradius

Was ist der Krümmungsradius und worauf kommt es bei der Brillenglasfertigung dabei an?

Per Definition ist der Krümmungsradius der Betrag des Kehrwerts der Krümmung einer Kurve. Das bedeutet seine Tangente in diesem Punkt stimmt mit der Tangente der Kurve überein. Es ist bekannt, dass die Passgenauigkeit von Linsen in Brillen und von Kontaktlinsen auf der Hornhaut vom Krümmungsradius bestimmt wird. Auf einer dreidimensionalen Oberfläche, z.B. einer Kugel beschreibt der Krümmungsradius die Krümmung oder Biegung eines bestimmten Kugelausschnittes. Hier entspricht der Krümmungsradius exakt dem Radius der Kugel. Bei asphärischen Oberflächen, wie bei Gleitsichtgläsern, oder asphärischen Brillengläsern gibt es jedoch in jedem Punkt zwei Krümmungsradien, welche die Krümmung in beiden Hauptrichtungen beschreiben. So hat ein Zylinder in der Richtung seiner Hauptachse den Krümmungsradius „unendlich“, da er keine Krümmung aufweist und in seiner senkrechten Achse ist der Krümmungsradius durch den Radius des Zylinders definiert.

So kann man feststellen, ein kleiner Krümmungsradius entspricht einer starken Krümmung und ein größerer Radius einer geringeren Krümmung. Man nennt den Krümmungsradius auch den BC-Wert, oder die Base curve. Dieser Begriff wird im besonderen mit der Rückseitenkrümmung von Kontaktlinsen genannt, die mit der Hornhautoberfläche eine gleiche Krümmung aufweisen sollten. Eine solche planare Auflage sichert einen Kontakt der Linse auf der Hornhaut ohne Beschwerden. Angegeben wird der Krümmungsradius in Millimetern. Je größer ein Auge ist, desto geringer ist der Krümmungsradius. Für große Augen müssen daher Kontaktlinsen mit einem größeren Krümmungsradius gewählt werden und für kleinere Augen Kontaktlinsen mit einem kleineren Radius.  Für eine optimale Passgenauigkeit der Kontaktlinsen ist dies eine unbedingte Voraussetzung.