Lexikon

Augenkammer

Die beiden Augenkammern befinden sich im vorderen Teil des Auges und sind Hohlräume, die das Kammerwasser enthalten. Das Kammerwasser enthält Nährstoffe für die Hornhaut und die Linse, ebenso Abwehrstoffe für Krankheitserreger. Die beiden Augenkammern haben unterschiedliche Größen, sind mit Kammerwasser angefüllt und sind durch die Pupille miteinander verbunden.

Die größere Kammer ist die Vordere, die von der Hornhaut (Cornea) bis zur Iris (Regenbogenhaut) reicht. Die hintere Kammer ist wesentlich kleiner und wird zum einen durch die Iris und zum anderen durch die Linse begrenzt. In dieser Kammer befinden sich die Kammerwinkel, wo das Kammerwasser durch ein Geflecht (Fontanasche Räume)  in den Venenkreislauf abfließt. In der hinteren Kammer, im Ziliarkörper, wird jedoch ständig neues Kammerwasser produziert.

Das Kammerwasser enthält Aminosäuren, Ascorbinsäure und gelöste Elektrolyte. Das Kammerwasser fließt durch die Pupille in die vordere Augenkammer und wird etwa nach 100 Minuten ausgetauscht, sodaß pro Tag etwa 3-10 ml Kammerwasser hergestellt wer-den.  Der durch das Kammerwasser entstehende Augeninnendruck hält den Augapfel in seiner kugelförmigen Gestalt.

Wenn sich der Kammerwinkel verengt, so steigt der Augeninnendruck an und es kommt zum Engwinkelglaukom, einer speziellen Form des Grünen Stars (Glaukom). Verringert sich der Abfluss des Kammerwassers durch ein verengtes Venenmaschensystem, so kommt es gleichfalls zu einem Druckanstieg im Auge, welches man als Weitwinkelglaukom bezeichnet.