Lexikon

Augenlinse

Die Augenlinse liegt hinter der Pupille, zwischen dem Glaskörper und der Regenbogenhaut. Die Augenlinse ist ein elastischer Körper mit bis zu 10 mm Durchmesser und bis 5 mm Dicke. Die Augenlinse selbst besteht aus langen Linsenfasern, die in der Mitte zu einem Zentrum (Kern) zusammenlaufen und von einer weichen Haut (Linsenkapsel) umschlossen sind. Im Auge befindet sich ein sogeannter Strahlenkörper (Ziliarkörper) der mit der Linsenkapsel durch elastische Fasern verbunden ist. Dieser Strahlkörper besorgt zum Teil die Aufhängung der Linse,  zum andern bewirkt er die Anpassung (Akkommodation) in der Nah-und Ferneinstellung des Auges, deren Differenzen durch die Krümmung der Linse bedingt sind. Die Augenlinse hat weder Blutgefäße, noch Nervenzellen. Damit ist sie störungsfrei und transparent für das Licht durchlässig. Sie bsteht zu etwa 60-70% aus Wasser, der Rest aus Eiweiß, wobei die Versorgung mit Nährstoffen über das Kammerwasser erfolgt.

Die nach außen gewölbte Form der Augenlinse zeigt uns, dass es sich hierbei um eine Sammellinse handelt. Das eintretende Licht wird in der Augenlinse so gebrochen, dass auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Über den Sehnerv werden die Impulse an das Gehirn geleitet.  Die veränderlich Krümmung der Augenlinse wird über die Muskelfasern an der Linse bewirkt, wobei die Augenlinse aufgrund ihrer Eigenspannung eine Kugelform annimmt. Wechselt das Auge nun von der Ferne auf Nahsicht so erschlafft der Muskel, die Fasern der Linse entspannen sich und die Krümmung der Augenlinse verringert sich. Die Aufgabe dieses Mechanismus ist es, stets ein scharfes Bild auf die Netzhaut zu projezieren.

Die Maßeinheit, mit der das Licht durch die Linse gebrochen wird, nennt man Dioptrie. Da der Linsenkern bereits nach dem Jugendalter zu verhärten beginnt, verliert die Linse an Flexibilität und Elastizität.  Dadurch entsteht die Altersweitsichtigkeit, die jedoch durch eine angepasste Lesebrille behoben werden kann.  Desweiteren kann die Augenlinse am Grauen Star (Katarakt) erkranken. Der Graue Star ist eine krankhafte Trübung der Augenlinse, die mehr und mehr milchig erscheint, wobei die Konturen und der Farbkontrast allmählich verschwinden.  Zuletzt wird nur noch zwischen hell und dunkel unterschieden. Lichteinstrahlungen werden als sehr störend empfunden, sodaß eine Sonenbrille die erkrankten Augen schützen sollte. Natürlich kann man den Grauen Star auch operieren, wobei die Augenlinse durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Grauem Star:  den Kernkatarakt und den Rindenkatarakt. Beide sind angeborene Augenfehler, die beide Augen betreffen. Der Kern-katarakt läßt den Linsenkern anschwellen und beim Rindenkatarakt bilden sich Doppel-bilder durch entstehende Spalten in der Linse. Eine angeborere, erblich bedingte Trübung beider Augenlinsen kann enstehen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft eine Infektionskrankheit, wie etwa Mumps, Röteln oder Masern bekommt.

Beim erworbenen Grauen Star ist fast immer nur ein Auge betroffen, besonders im Alter hat diese Starerkrankung eine Häufigkeit von etwa 90%. Die Ursache sind in der Regel Stoffwechselstörungen im Auge, aber auch ein zuviel an UV-Licht trägt zu einer Rindentrübung der Augenlinse bei. Das Glaukom (Grüner Star) zerstört die Nervenfasern des Auges.  Dies soll zur Wichtigkeit und der  Funktion einer Augenlinse genügen.