Lexikon

Keratoplastik bei zerstörter Hornhaut

Keratoplastik bezeichnet eine Hornhauttransplantation des Auges, eine der am häufigsten ausgeführten Transplantationen. Diese Operationstechnik wurde bereits 1905 durch einen Dr. Zirm aus der heutigen Tschechei entwickelt und ausgeführt. Die kranke oder zerstörte Hornhaut wird durch eine gesunde Spender-Hornhaut ersetzt. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 6.000 Transplantationen mit Hornhäuten ausgeführt, wobei der tatsächliche Bedarf jedoch doppelt so hoch ist. Die statistische Erfolgsquote liegt über 90% bei der Wiederherstellung der Sehkraft und die Operation ist für die Patienten nahezu risikolos.

Hornhauttrübungen kommen vor allem in extremer Form in Asien und Afrika vor, wo vom Lichteinfall höchstens nur noch ein Schatten bemerkt wird. Die Operation ist relativ einfach, aber es wird Mikrochirurgie benötigt, denn die alte Hornhaut wird aus dem Auge sauber ausgestanzt und die transparente gesunde Hornhaut dort eingenäht. Operierte Personen haben eine gute Chance wieder scharf zu sehen. Die Operation selbst wird unter mikroskopischer Vergrößerung vorgenommen und dauert etwa eine Stunde. Nicht in jedem Fall muss die gesamte Hornhaut transplantiert werden,  oftmals reicht es nur die erkrankte Hornhautschicht zu entfernen und durch die neue Hautschicht zu ersetzen.

Ein besonderes Verfahren, das DMEK-Verfahren, zieht die erkrankte Hornhautschicht durch drei kleine Schnitte im Auge heraus und ersetzt diese mit einer gesunden Hornhautschicht, wobei diese neue Schicht nur mit Luftdruck auf die Hornhaut aufgedrückt wird. Dies geschieht ohne Nähte und verursacht daher geringere Probleme nach der Operation einen Astigmatismus (durch Hornhautverkrümmung) bzw. eine Abstoßung des Implantates zu erleiden. Die Keratoplastik eignet sich besonders für Patienten mit Hornhautnarben oder einem Keratokonus, wobei Komplikationen äußerst selten auftreten. Die Risikorate liegt bei etwa 3%, dass eine Infektion auftritt. Wurde die Operation im entzündungsfreien Stadium vorgenommen, heilt die Hornhaut schmerzlos ein. Die Fäden bei Nahtoperationen werden etwa nach 8-12 Monaten gezogen. Der Heilprozess dauert so lange, da die Hornhaut keine Blutgefäße enthält und Sauerstoff oder Heilhormone auf diese Weise nicht an die Operationsstelle gelangen.