Lexikon

Achromatopsie

Unter Achromatopsie versteht man eine Farbblindheit, die zumeist angeboren ist. Es fehlen in den Sehzäpfchen der Netzhaut offensichtlich die entsprechenden Farbpigmente. Bei an-deren untersuchten Patienten war auch die Anzahl der Sehzäpfchen veringert. Mitunter können die Farbenblinden noch bestimmte Wellenlängen, insbesondere in den blauviolet-ten Bereichen, wahrnehmen.  Man hat festgestellt, daß eine Umwandlung des vollen Licht-spektrums in Grautöne nicht möglich ist, da hier eine höhere Farbempfindlichkeit für den blaugrünen Bereich vorliegt. Ebenso wird die Farbe Rot von den Farbblinden, als eher dunkelbraun gesehen.

 

Typische Anzeichen einer Achromatopsie sind:

  • starke Lichtempfindlichkeit (Photophobie),
  • geringe Sehschärfe,
  • Augenzittern (Nystagmus),
  • sowie fast vollständige Blindheit für Farben.

 

Im folgenden werden die Anzeichen der Achromatopsie näher erläutert:

Lichtempfindlichkeit (Photophobie)

Bedingt dadurch, dass Personen die an Achromatopsie leiden, nur aufgrund ihrer gestörten Zäpfchenfunktion in der Dämmerung gut sehen können, sind sie sehr blendempfindlich. Im grellen Sonnenlicht kann daher die ohnehin schwache Sehkraft fast vollständig aufgehoben sein, wobei die Blendung keine Schmerzen hervorruft, sondern nur als störend empfunden wird.  Daher sollten Achromaten (Personen mit Farbblindheit  und Tagblindheit) getönte Sonnenbrillen oder getönte Kontaktlinsen tragen. 

Geringe Sehschärfe

An Achromatopsie leidende Personen haben in der Regel eine wesentlich niedrige  Sehschärfe als Normalsichtige. Diese beträgt etwa nur 10%. Für die farbenblinde Person bedeutet dies, das Objekte, die ein Normalsichtiger aus 10 m Entfernung scharf erkennen kann, bei Achromaten erst  in 1 m Entfernung exakt gesehen werden. Der gelbe Fleck, als Fokus der Netzhaut, enthält bei ihnen weder Farbzäpfchen noch Farbstäbchen. Die  geringe Sehschärfe kann  durch eine Brille nicht ausgeglichen werden. Spezielle Brillen mit Kantanfiltern und getönten Gläsern sind das Mittel der Wahl.

Augenzittern (Nystagmus)

Durch das Fehlen von Zäpfchen und Stäbchen ist eine Fokussierung und damit ein scharfes Sehen für an Achromatopsie leidende Personen nicht möglich. Man ist der Annahme, daß die Hirnhälften versuchen diesen Mangel der Netzhaut durch wechselnde Fokussierung der Augen zu kompensieren. So entsteht ein nicht kontrollierbarer Reflex, der bei Säuglingen bereits auftritt und mit zunehmenden Alter feiner ausfällt. Der Nystagmus wird besonders sichtbar, wenn die Augen seitwärts bewegt werden.