Lexikon

Brillenscharnier

Scharniere stellen eine bewegliche Verbindung zwischen mindestens zwei starren Teilen her. In der Brillenfertigung stellt das bewegliche Scharnier eine Verbindung zwischen dem Rahmen (Gestell) und den beiden Bügeln der Brille her. Diese Drehverbindung ist not-wendig, um die Brille mit ihren empfindlichen Gläsern in einer stabilen Aufbewahrungsbox lagern zu können. Zu diesem Zweck wurde sie durch die einklappbaren Bügel transport-sicherer und kleiner in ihren Abmessungen gemacht.

Brillenscharniere sind zumeist aus Metallen gefertigt, vorzugsweise Edelstahl, auch vernickelt, vergoldet oder versilbert. Die Scharniere sind autonome Bauteile, die zwischen dem Gestell und den Bügeln eingelötet, genietet oder auch verklebt werden. In Brillengestellen aus Kunststoffen werden solche Scharniere entweder eingegossen oder später eingesetzt.  Bei den Brillenscharnieren unterscheidet man verschiedene Scharnierarten, die teilweise durch Patente geschützt werden und für die Hersteller dann typisch sind.

 

  • Standard-oder Schraubscharnier

Diese Scharnierart ist die am meisten eingesetzte Verbindungsart. Das Ende des geöffneten Bügels bildet zum Gestell einen  rechten Winkel (90°). Zu einer optimalen Anpassung an das Gesicht des Brillenträgers lassen sich die Metallbügel in engen Grenzen verformen. Das Feststellen des Bügels am Gestell ist mittels versenkten Feingewindeschrauben möglich, sodaß seine gewissen Vorspannung des einklappbaren Bügels simuliert wird.

  • Standard-oder Federscharnier

Bei modernen Brillen findet man häufig ein Federscharnier. Die zusätzlich in das Standard-schraubscharnier eingebrachte Federstahlzunge läßt es zu, daß der Bügel über eine 90°-Position hinaus weiter gespreizt werden kann. Auf diese Weise entsteht ein geringer Druck der Bügel an die Kopfseiten des Brillenträgers, das seiner Brille einen besseren Halt verleiht und ein eventuelles abrutschen verhindert.

  • schraubenloses Scharnier

Bei schraubenlosen Scharnieren dominieren zwei Arten, das Ballscharnier und das Zylinderscharnier. Brillen mit diesen Funktionsmerkmalen sind patentrechlich geschützt und ein Hersteller von Brillen mit derartigen Scharnieren ist zum Beispiel das Unter-nehmen „Silhouette International“ aus Österreich, dessen Brillengestelle und Scharniere aus Titan gefertigt werden.  Sie wirken sehr grazil und zerbrechlich, sind jedoch relativ stabil.

Eine Besonderheit stellen die scharnierlosen Brillen dar, sie haben im Verbindungsbereich eine elastische Federzone, die sich gegen den Federwiderstand spreizen lässt, was der Brille einen sicheren Halt gibt.