Lexikon

Freeform Gleitsichtgläser

Unter Freeform, oder besser Freiform, versteht man die Bearbeitung von Gläsern bei der Brillenfertigung, die völlig frei gestaltet und mit größter Präzision gefertigt werden. Unter Freeform versteht man solche komplexen Produktionsvorgänge, wie die Gestaltung des Designs, die Produktvorbereitung, das Vermessen und die Bearbeitung der Glasflächen. Der Vorteil von Freeform-Brillen ist, dass der Bereich auf der Glasfläche, der ein störungsfreies und unverzerrtes Sehen ermöglicht weitaus größer als bei normalen Brillen ist. Der größere Sichtbereich ist für viele Nutzer ein starkes Kaufargument.

Auch konventionelle Herstellungsmethoden sind absolut ausreichend für eine gute Brille und optimales Sehen, doch die Freiform-Herstellung ist eine vorzügliche Verbesserung. Besonders Gleitsichtbrillen sind durch die Freeform-Produktion in ihrer Qualität weitaus besser. Dadurch lassen sich frei definierbare Flächenformen konzipieren, wodurch die persönlichen Parameter der Fehlsichtigen in das Design der Gläser einbezogen werden können. So erhält der Brillenträger ein auf ihn angepasstes Sichtfeld durch die Brille, mit breiten Zonen im Nah-, Mittel- und Fernteil des Brillenglases. Die optischen Achsenlagen bei zylindrischen Abweichungen spielen bei auf diese Weise gefertigten Gläsern nur eine geringe Rolle.

Wenn man sich den Unterschied zur konventionellen Herstellung verdeutlichen möchte, dann kann man festhalten, dass bei dem normalen Schleifprozess mit Halbzeugen gearbeitet wird, wobei zunächst die Innenflächen gefräst werden. Im Anschluss daran wird mit Spezialwerkzeugen geschliffen und poliert. Es sind also drei Arbeitsschritte notwendig, bei denen auch mehr entsprechende Werkzeuge vorgehalten werden müssen. Die Freeformflächen werden mit CNC-Fräsautomaten direkt herstellen, es ist kein schleifen mehr notwendig und der Fertigungsvorgang wird mit einer viel höheren Präzision, als bei der herkömmlichen Gläserbearbeitung ausgeführt.