Lexikon

Elektroretinographie (ERG)

Um die Sinneszellen der Netzhaut auf ihre Funktion untersuchen zu können, entwickelte man ein Messverfahren, die Elektroretinografie. Das Verfahren wird in der Augenheilkunde zur Diagnose bestimmter Erkrankungen der Netzhautschichten angewendet. Die Früher-kennung von Netzhauterkrankungen durch die Elektroretinografie ist wichtig bei der Diagnose erblicher Netzhautdystropien (Schädigungen). Hier untersucht man zum Beispiel eingetretende Sehschäden durch die Degeneration von Sehstäbchen und Sehzäpfchen, durch eine diffuse Netzhautdegeneration oder eine Makula-Degeneration. Andere Erkrank-ungen, die mit Elektroretinografie gefunden werden können, sind Netzhautentzündungen, oder Netzhautablösungen durch Diabetes, Bluthochdruck und Grünem Star.


Ebenso spielen bei diesen Erkrankungen akute oder auch chronische Vergiftungen durch Blei und Schwermetalle eine Rolle, aber auch Avitaminosen, wie ein Mangel an Vitamin A können mit der Elektroretinografie diagnostiziert werden. Bei der Untersuchung mit der Elektroretinografie wird jeweils ein Auge  Lichtreizen, die in ihrer Intensität, als auch ihrer Schwingung unterschiedlich sind, ausgesetzt. Dadurch kann man das Funktionieren der Hell-Dunkelwahrnehmung, sowie der Farbunterscheidung der Stäbchen und Zäpfchen exakt bestimmen. In der Vorbereitung wird die Pupille mit speziellen Tropfen erweitert, sodaß man die Netzhaut mittels Optik gut sehen kann. Das Verfahren ist aufwändig und arbeitet mit einer Hornhautbetäubung, da Elektroden aus Gold oder Platin das Meßsignal über eine spezielle Kontaktlinse ableiten müssen. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Meßgeräte, wie das Blitz-ERG, das Muster-ERG oder das Multifokal-ERG. In der Funktions-diagnostik der Augenheilkunde ist der Elektroretinograf (ERG) eines der wichtigsten Diagnosegeräte um Makula-, sowie Hornhautfehler zu lokalisieren.