Lexikon

Gleitsichtunverträglichkeit

Die Gleitsichtunverträglichkeit tritt auf, wenn sich das Gehirn nicht schnell genug an Veränderungen im Sehfeld anpassen kann. Konkret, wenn eine Gewöhnung an Gleitsicht-gläser auch nach sechs Monaten nicht möglich ist. Diese Unverträglichkeit betrifft Menschen, die auch sonst sehr empfindlich auf Hirnreizungen, wie zum Beispiel Lagever-änderungen, reagieren. Bei einer Gleitsichtunverträglichkeit wird das Sehen mit Gleitsichtgläsern dauerhaft anstrengend empfunden. Es kann auch zu anhaltenden Spannungskopfschmerzen, Nackenschmerzen oder Schwindelgefühlen kommen. Daher muss das Sehen durch Gleitsichtgläser trainiert werden, um das Gehirn an einen schnellen Wechsel des Sehfeldes zu gewöhnen. Voraussetzung an diese Gewöhnung ist, daß die Gleitsichtbrille regelmäßig getragen wird.  Das Gehirn muss erst lernen, die Brillengläser als Teil der Augen zu behandeln und in die unwillkürlich ablaufenden Steuervorgänge während des Sehens mit einzubeziehen. So werden aus den bewusst ausgeführten, korrigierenden Bewegungen der Augen bei verschiedenen Sehaufgaben Automatismen. Auch die veränderte Entfernungswahrnehmung und Verzerrungen wirken oft irritierend, diese kann das Gehirn mit der Zeit jedoch richtig kalkulieren. Ein häufiger Grund für Gleitsichtunverträglichkeit ist eine mangelnde Zentrierung der Brille. Ist das der Fall, dann bewegen die Brillenträger den Kopf hin und her, damit ein optimaler Blick durch das Brillenglas möglich ist.  Schmerzen können dadurch auftreten und auch eine nicht richtig angepasste Brillenfassung kann die Ursache für eine Gleitsichtunverträglichkeit sein. Bei der Brillenanpassung ist daher äußerste Präzision gefordert. Durch eine bestehende Gleitsichtunverträglichkeit sieht man nicht nur schlecht und unscharf, sondern es kann auch zu weiteren unangenehmen Erscheinungen kommen. Kopfschmerzen oder auch Schmerzen am Halswirbel können auftreten. Man kann diese Unverträglichkeit durchaus mit Nausea (Bewegungsunverträglichkeit, wie zum Beispiel Seegang) vergleichen, da es auch bei einer Gleitsichtunverträglichkeit zu einer gewissen Übelkeit kommen kann. Echte Gleitsichtunverträglichkeit ist daher eher selten. Insbesondere bei älteren Menschen kann es jedoch vorkommen, dass das Gehirn nicht mehr genügend Elastizität besitzt, um sich auf die neuen Sehbedingungen einzustellen. Wenn Gleitsichtunverträglichkeit vorliegt, dann hat das zumeist Gründe, die behoben werden können. Daher ist der Augenoptiker der richtige Ansprechpartner.