Lexikon

CR-39

CR-39 bezeichnet einen für Brillengläser verwendbaren Kunststoff. Dieser wurde von einer US-Firma (Pittsburgh Plate Glass) im Jahr 1947 auf dem Markt gebracht und war der erste Kunststoff überhaupt, mit einem derart  anspruchsvollen Einsatzgebiet. Allerdings war dieser Kunststoff CR-39 nur für geringe Diotprienwerte geeignet, erst nach 1980 konnte die Forschung auch optisch verwendbare Kunststoffe für höhere Brechzahlen dem Markt zur Verfügung stellen. Entscheidend für den Einsatz solcher Kunststoffe ist die Möglichkeit einer automatisierten Bearbeitungstechnik durch eine hohe mechanische Belastbarkeit dieser Gläser, eine geringradige Dispersion (Vermischung auf kolloidaler Basis), sowie eines guten Einfärbverhalten der Kunststoffgläser.

Ein weiteres Ziel in der Fertigung war die Herstellung dünner Gläser mit hohen Brechzahlen. Man bezeichnet diese vollsynthetisch gefertigten Kunststoffgläser auch als organische Gläser. Es sind großmolekulare Bindungen, die nicht wie bei einem Atomgitter geordnet, sondern ungeordnet (amorph) in einem glasartigen Zustand vorliegen. Als Grundsubstanz zur Herstellung solcher organischer Gläser dienen Duro-mere. Das sind Kunststoffe, die sich nach ihrer Herstellung unter Temperatureinfluss und nachfolgendem Aushärten nicht mehr umformen lassen. Diese Monomere reagieren unter Wärmeeinfluss zu Riesenmolekülketten, zu sogenannten Polymeren.

CR-39 ist ein solcher polymerer Kunststoff. Die Herkunft dieser Abkürzung CR ging auf einen Projektnamen „Columbia Resins“ zurück, in welchem eine Tochterfirma von PPG Industries an nichtthermoplastischen Kunststoffen forschte. Resin bedeutet Harz. Seit 1940 wurden in dieser Firma mehr als 180 verschiedene Verbindungen dieses Monomers untersucht. Die 39-igste Verbindung aber war die Bedeutendste und Vorteilhafteste in ihren Eigenschaften als organisches Brillenglas, daher erhielt sie die Bezeichnung „Columbia Resin 39“, oder kurz CR-39.