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Tränenfilm

Unter einem Tränenfilm versteht man in der Augenoptik eine geschlossene, leicht ölige Flüssigkeitsschicht, die das sichtbare Auge permanent benetzt. Die Erzeugung dieser Flüssigkeit erfolgt in den Tränendrüsen. Durch spezielle Untersuchungen des Tränen-flusses und der Funktion der Tränendrüsen stellte man fest, daß die Augenoberfläche von einem mehrschichtigen Tränenfilm benetzt wird. Die Benetzung erfolgt überwiegend zwischen Hornhaut und Bindehaut.

Eine dieser äußeren Schichten des Tränenfilms ist die sogenannte Ölschicht (Lipoid-schicht), die eine Schichtdicke von ca. 100 nm (1 nm = 10-6 mm) aufweist. In ihrer bio-chemischen Zusammensetzung besteht die  ölige Schicht aus Cholesterin, Triglyzeriden und Phospolipiden, die in ihrem Zusammenwirken eine optisch lichtdurchlässige Grenz-schicht bilden,  die ein zu schnelles Verdunsten der Schicht und damit einen Trocknungs-zustand  der Augenoberfläche wirksam verhindert.

Der biochemische Mechanismus bei der Herstellung des Tränenfilmes ist ein kompli-zierter Vorgang, der jedoch automatisch abläuft und ein garantiert optimales Gemisch zwischen den o.g. genannten Komponenten der öligen Schicht produziert. Die Tränen-flüssigkeit nennt man Sekret und die Tränendrüsen (Meibom-Drüsen), tragen ihre Bezeichnung nach ihrem Entdecker, Heinrich Meibom, einem Arzt und Anatom aus Helm-stedt, der von 1638-1700 lebte.

Die Phospholipide bilden die erforderliche stabile Zwischenschicht zwischen der wässrigen Außenschicht und der Lipidschicht. Ein besonderer Effekt ist es, daß etwa 15 % der Phospho-lipide elektrisch geladen sind. Durch den Abstoßungseffekt der geladenen Moleküle verbreitet sich der Ölfilm auf der Augenoberfläche. Wird die Zusammensetzung dieses Oberflächenfilms gestört, so können Infektionen am Augenlid entstehen, zum Beispiel eine Conjunctivitis (Bindehautentzündung).

Die wässrige Schicht besteht dabei zu etwa 98% aus Wasser und ist mit einer Dicke von 6 bis 10 mm (10-3 mm) die größte Komponente eines Tränenfilms. Weitere Bestandteile in dieser Schicht sind Sauerstoff, Glucose, Protein (antibakterielle Wirkkomponente), welche in Verbindung mit Albumin ein Puffersystem für den einzustellenden pH-Wert bildet.  Desweiteren spielen noch andere biochemische Stoffe und Verbindungen eine wichtige Rolle, um dieses komplizierte Tränenfilmsystem in einem stabilen Gleichgewicht zu halten. Durch unsere komplexe Informationsvernetzung mit elektromagnetischen Feldern und massiven Schadstoffeinflüssen aus Schwermetallen und chemischen Verbindungen wird die Herstellung eines stabilen Tränenfilms nachhaltig gestört.