Lexikon

Einschleifen

Unter Einschleifen versteht man die korrektive Bearbeitung von Brillengläsern durch auto-matisierte Schleifprozesse. Voraussetzung für ein sachgerechtes Einschleifen ist das vorlie-gen korrekter Messdaten der Augenparameter des zukünftigen Brillenträgers. Die ermittel-ten Messwerte sind entscheidend, wie die Gläser eingeschliffen werden müssen, um eine Fehlsichtigkeit optimal korrigieren zu können. Die Ermittlung dieser Messwerte sollte ein Augenarzt oder ein Augenoptiker vornehmen. Im Brillenpass werden diese Werte gespeichert und sind Ausgangspunkt für den Einschleifprozess. Wichtig ist die Pupillen-distanz, wenn dieser Wert nicht korrekt beachtet wird, läßt sich das Glas nicht richtig zentrieren., d.h. es muss auch mit auf die Brillenfassung zentriert werden. Wenn ein Zylinder vorhanden ist, ist die entscheidende Größe beim Einschleifen die Achse.

Die Zylinderachse wird nach dem TABO-Schema, in den Gradzahlen von 0-180 Grad ange-geben. Beim Einschleifen selbst wird das Glas zunächst einmal zentriert, nach diesem Schritt wird es in einen Schleifautomaten gegeben, dort wird es dann geschliffen. Die individuellen Werte müssen vorher durch den Augenoptiker eingegeben werden. Die Prozesse können in ihrer Reihenfolge und Gestaltung unterschiedlich ablaufen, das hängt häufig vom Schleifautomat ab. Durch Einschleifen werden Brillengläser für eine Fassung passend gemacht und gleichzeitig zentriert. Bevor neue Brillengläser durch Einschleifen für die gewählte Fassung passend gemacht werden, haben sie eine kreisrunde Form. Die, vom Optiker ermittelten Zentrierdaten bestimmen unter anderem, an welche Stelle der Fassung der optische Mittelpunkt des Brillenglases gehört. 

Bei sphärischen Brillengläsern ist darüber hinaus beim Einschleifen nichts weiter zu berücksichtigen. Bei zylindrischen oder prismatischen Gläsern und Gleitsichtgläsern müssen auch die Achsen beziehungsweise die Progressions-und Nahzonen korrekt platziert werden, um Korrekturwirkung und Sehkomfort zu gewährleisten. Eigenschaften der Fassung legen zudem fest, ob das Brillenglas zum passgenauen Einsetzen in den Rahmen am Rand mit einer Facette oder Rille versehen werden muss. In einem ersten Schritt wird die dreidimensionale Form der Fassung durch den sogenannten Tracer abgetastet, vermessen und gespeichert. Alle Fassungs- und Zentrierdaten werden an eine computergesteuerte Schleifmaschine übermittelt. Um das Brillenglas zum Einschleifen sicher und in exakt der richtigen Lage zu fixieren, werden von beiden Seiten Kunststoffblöcke aufgeklebt, zwischen denen das Glas schonend in einer Art Schraubstock aufgeblockt werden kann. Das Einschleifen und die Randbearbeitung entsprechend der Zentriervorgaben und der, vom Tracer ermittelte Fassungsform übernimmt die heute, meist vollautomatische Präzisionsschleifmaschine. Einige Optiker vertrauen allerdings immer noch mehr auf ihr Fingerspitzengefühl und bevorzugen halbautomatische Schleif-geräte, bei denen Einspann-und Schleifdruck manuell zu steuern sind. Anschließend werden die scharfen Glaskanten von Hand sorgfältig entgratet. Die aufgeklebten Kunst-stoffblöcke werden abgelöst und die Brillengläser vorsichtig in die Fassung eingesetzt. Da die Brillengläser beim Einschleifen großen Belastungen ausgesetzt sind, ist ein leichtes Durchbiegen des Glases nicht immer zu vermeiden. Die Folge können sogenannte Schichtrisse sein, haarfeine Beschädigungen der Entspiegelung oder anderer Veredel-ungsschichten, die eventuell auch erst Wochen später als mit dem bloßen Auge erkennbare Risse sichtbar werden.