Lexikon

Deuter – Anomalie

Deuter-Anomalie  ist eine angeborene Grün-Farbsehschwäche, eine Fehlsichtigkeit des Auges, wodurch die Farben im grünen Spektrum nicht so wahrgenommen werden können, wie bei Normalsichtigen. Die Ursache ist eine genetische bedingte Fehlbildung des lichtabsorbierenden Moleküls Opsin. Dieses Molekül sorgt für das Farbsehen in den Farben Blau-Grün-Rot. Bei einer vorliegenden Deuter-Anomalie liegt die Empfindlich-keit der Grünzapfen zu  nahe an den Rotzapfen, sodaß die Differenzierung im Grünber-eich nicht mehr exakt erfolgen kann.

Die Deuter-Anomalie ist eine Grün-Sehschwäche, eine Rot-Sehschwäche bezeichnet man als Prot-Anomalie. Solange noch Sehzapfen bestehen handelt es sich um Schwächen, fehlen diese Sehzäpfchen, so spricht man von einer Farb-Blindheit.  Die Farbe Grün und ihre Mischfarben, sind für Grün-Farbblinde (Deuteranopie) nicht zu sehen. Bei der Deuter-Ano-malie gibt es unterschiedliche Stufen zwischen diesen beiden Extremwerten.  Zur Fest-stellung der Schweregrade von Farbseh-Anomalien dienen spezielle Farbtafeln, bekannt geworden durch den japanischen Arzt Ishihara Shinobu.

Hier werden unterschiedliche kugelförmige Farbtupfen innerhalb andere Farbtöne zu Zahlen oder Buchstaben angeordnet und wer Grüntöne sehen kann, wird die Zahl oder den Buchstaben erkennen. Der unter Deuter-Anomalie fallende kann das nicht, oder nur sehr begrenzt.  Die Herkunft der Namen für die Farbzapfen geht auf den deutschen Forscher und Physiker Hermann von Helmholz zurück, der die Farbzapfen im Auge wie folgt benannte: Rotsehen durch den ersten Zapfen (Prot), Grünsehen durch den zweiten Zapfen (Deuter), Blausehen durch den dritten Zapfen (Trit).

 

Die zugehörigen Fehlsichtigkeiten lauten:

 

- Rotseh-Schwäche (Prot-Anomalie),

- Rot-Blindheit (Prot-Anopie),

- Grünseh-Schwäche (Deuter-Anomalie),

- Grün-Blindheit (Deuter-Anopie),

- Blauseh-Schwäche (Trit-Anomalie),

- Blau-Blindheit (Trit-Anopie).

Die Ursache dieser Farbseh-Schwäche liegt an einem Gendefekt im x-Chromosom. Kommt es bei der Mutter vor, so bekommen die männlichen Nachkommen eine Prot-Anopie, bei Frauen kommt es nur dazu, wenn zwei Chromosomen das defekte Gen enthalten.

 

Eine prozentuale Verteilung sieht etwa so aus:

 

Protanopie

Männer:         ca 1 %

Frauen:          ca. 0,03 %

 

Protanomalie

Männer:         ca 1 %

Frauen:          a. 0,01 %

 

Deuteranopie

Männer:         ca 1 %

Frauen:          ca. 0,01 %

 

Deuteranomalie

Männer: ca 5 %

Frauen: ca. 0,35 %

 

Tritanopie / Tritanomalie

Männer und Frauen: ca. 0,005 %

 

Bisher gibt es keine Möglichkeit die Rot-Grün-Sehschwäche, die defektbedingt ist, durch eine Brille direkt zu korrigieren, sondern nur über einen optischen Umweg zu verbessern. Dafür liefert eine kanadische Firma (EnChroma) eine spezielle Rot-Grün-Brille.