Lexikon

Extrahärtung

Unter Extrahärtung versteht man in der Gläserfertigung für Brillen eine Schutzfunktion gegen Zerkratzen, Verschmutzung und zur Erhöhung der Festigkeit des Glases. Die Extrahärtung ist vor allem dann von Vorteil, wenn das berufliche Umfeld einen zerstör-enden Einfluss auf die Brillengläser hat, wie dies bei Schweissern, Drehern, Schleifern usw.  der Fall ist. Die Härtungsschicht besteht zumeist aus einem nichtorganischen Kunststoff, der direkt auf das geschliffene Glas aufgebracht wird. Die Extrahärtung findet man zumeist bei Kunststoffgläsern, weniger bei mineralischen Gläsern. Der Grund hierfür ist, daß die Kunststoffgläser weicher sind und eines besseren Schutzes bedürfen.  Im Zuge der Extrahärtung lässt sich auch die Entspiegelungsschicht auftragen, wobei man berücksichtigen sollte, daß sich der Brechungwertindex durch diese Schichten ebenfalls etwas verändert.

Es ist bekannt, daß Kunststoffgläser mit einer Extrahärtung eine höhere Lebensdauer als Mineralgläser aufweisen. Die weichen, aber besonders bruchfesten Polykarbonatgläser aus hochbrechenden Kunststoffen (1,74 dpt) benötigen solche eine Härtungsschutzschicht in besonderer Art und Weise. Die Hartschicht besteht aus einem hartelastischen Polysiloxanlack oder einem modifizierten Keramikwerkstoff. Die Anpassung des Brechwertindex erfolgt mit Nanokompositmaterialien, denen unter Beigabe von Zirkon, Titan oder Zinkoxid den erwünschten Brechwert korrekt einstellen lassen. Dadurch werden Abbild-ungsfehler und unerwünschte Farbsäume vermieden.