Pupillendistanz richtig messen

Die Pupillendistanz richtig messen - so funktioniert es

Der individuelle Augenabstand wird mit dem Begriff Pupillendistanz (PD) bezeichnet. Der Wert gibt den millimetergenauen Abstand zwischen der Pupillenmitte und dem Nasenrücken an. Optiker benötigen den Distanzwert zur Ausrichtung des optischen Mittelpunkts eines Brillenglases.

Wie die PD ermittelt werden kann

Gemessen wird der Abstand von der Mitte des Nasenrückens bis zur Mitte der Pupille. Dabei ermittelt man die Werte für das linke und das rechte Auge jeweils separat. Es gibt Durchschnittswerte, allerdings differieren die einzelnen PD-Werte erwachsener Menschen zwischen 25 mm und 45 mm.

Angaben in etwa vorhandenen Brillenpässen bezeichnen ab und zu lediglich einen Wert für die Pupillendistanz. Dieser Wert ist die Summe beider Augenabstände. Diese Angaben sind aber nicht aussagekräftig, weil die Gesichter der Menschen nicht symmetrisch ausgebildet sind. Vielmehr sind Differenzen zwischen den beiden Distanzen vollkommen normal. Deshalb müssen beide Pupillendistanzen sorgfältig einzeln ausgemessen und dokumentiert werden. Dazu hat man zwei Möglichkeiten:

● Der Augenoptiker ermittelt die exakten PD-Werte mithilfe eines geeichten Gerätes - eines Pupillometers, eines PD-Stabes oder eines Videozentriersystems. Im Anschluss an die beiden Messungen werden die ermittelten Distanzwerte im individuellen Brillenpass dokumentiert.

● Der jeweilige PD-Wert kann auch selbstständig ausgemessen werden:
Der Blick soll dazu konzentriert geradeaus auf einen fernliegenden Punkt ausgerichtet werden. Eine zweite Person soll nun mithilfe eines Lineals oder eines Geodreiecks den genauen Abstand der Pupillen zum Nasenrücken ausmessen.
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Die Bedeutung des PD-Wertes

Neben anderen wichtigen Messwerten ist eine genaue Ermittlung der individuellen Pupillenabstände von vorrangiger Bedeutung: Anhand der PD-Werte wird der exakte optische Mittelpunkt der Brillengläser ausgerichtet. Nur so ist ein ebenso optimales wie beschwerdefreies Sehen gesichert - besonders für Bifokal- und Freiform-Gleitsichtbrillen sind beide PD-Werte von Wichtigkeit.

Alle Korrekturbrillen werden aus verschieden gewölbten Gläsern je nach Herstellungsverfahren entweder geschliffen oder gegossen. Jedes Brillenglas hat einen Mittelpunkt der Wölbung, beim Tragen der Brille muss sich dieser optische Mittelpunkt genau vor den Pupillen befinden.

Die Pupille ist eine in der Regenbogenhaut des Auges liegende Öffnung, die wie eine Blende wirkt. So kann sich das jeweilige Auge auf divergente Lichtverhältnisse einstellen – die Sehschärfe wird dagegen durch Akkommodation generiert.
Weil sich die Pupille bei starkem Lichteinfall zusammenzieht und verkleinert sowie bei Dunkelheit weitet, muss die Pupillendistanz stets von der Mitte der Pupille aus gemessen werden.

Gibt es Abweichungen zwischen den realen PD-Werten und den allfälligen Messungen, kann es zu einem minimalen, seitlichen Versatz kommen und unscharfe Korrekturbilder sind das Resultat. Die Folgen sind ein ungenaues Sehen - Belastungs- bzw. Ermüdungserscheinungen bis hin zu massiven Kopfschmerzen können entstehen. Eine sinnvolle Korrektur der individuellen Fehlsichtigkeit kann so nicht sichergestellt werden.
Deshalb empfehlen sich besonders sorgfältige Messungen der individuellen Pupillendistanzen – am besten durch den Augenoptiker.