Extrahärtung bei Brillengläsern

Extrahärtung macht Brillengläser widerstandsfähiger

Gutes Sehen hängt nicht nur von den richtigen Dioptrien, sondern auch von geeigneten Brillengläsern ab. Auch wenn die Qualität von Mineralgläsern unübertroffen ist, Glas ist immer noch relativ schwer und kann ein Druckgefühl erzeugen. Wer eine Brille täglich viele Stunden lang tragen muss, kann sich hiervon beeinträchtigt fühlen. Fällt Glas herunter, hegt es zudem schnell kaputt. Kunststoffgläser sind leicht und lassen sich für nahezu alle Augenprobleme anfertigen. Da sie jedoch schneller zerkratzen, werden sie mit einem besonderen Verfahren zusätzlich gehärtet. Die Extrahärtung bei Brillengläsern bietet höheren Schutz vor Kratzern und Beschädigungen.

Die beliebtesten Brillengläser sind aus Kunststoff

Nach wie vor entscheiden sich die meisten Kunden beim Augenoptiker für Kunststoffgläser. Gegenüber Mineralglas ist Kunststoff deutlich bruchsicherer und es ist angenehm leicht. Kunststoff hat nur einen kleinen Nachteil: Er zerkratzt schneller. Mit modernen Verfahren lässt sich dieses kleine Manko heute jedoch problemlos ausgleichen. Damit Brillenträger länger Freude an ihren Kunststoffgläsern haben, können sie zusätzlich gehärtet werden. Entspiegelung und Extrahärtung sind die meistverwendeten Methoden, um Brillengläser aufzuwerten. Beide Veredelungsmethoden können die Haltbarkeit sowie den Tragekomfort deutlich erhöhen.

Die Extrahärtung verbessert die Eigenschaften von Brillengläsern

Zerkratzte Brillengläser beeinträchtigen das Sehen, weil sie mehr Lichtreflexionen erzeugen. An manchen Stellen erscheinen ältere, zerkratzte Gläser sogar milchig. Die Härtung ist eine Oberflächenbehandlung und macht den Kunststoff schlag- und kratzfest. Es gibt mehrere Stufen der Extrahärtung. Sie erhöht die Lebensdauer der Brillengläser und ihren Tragekomfort. Das Härteverfahren muss immer individuell an jedes Glas angepasst werden. Viele Optiker kombinieren die Härtung mit einer Entspiegelung, weil auch diese von den meisten Kunden gewünscht wird.

Unterschiede bei der Brillenglashärtung

Die Oberflächenbehandlung wird auch Hartschicht genannt und in verschiedenen Stufen angeboten. Während die Hartschicht für Mineralgläser nachträglich aufgetragen wird, integriert man sie bei Kunststoffgläsern direkt in den Herstellungsprozess. Auch hier wird die Extraversiegelung auf den Kunststoff aufgetragen. Je nach gewünschter Stärke trägt der Hersteller auf der Innen- und Außenseite mehrere Schichten Versiegelungslack auf. Das ist normalerweise ein hartelastischer Polysiloxanlack oder organisch verändertes Keramikmaterial. Beim Auftragen einer Hartschicht auf Mineralgläser kann sich die Lichtbrechung verändern, wodurch die Brille möglicherweise Beschwerden macht. Ein guter Optiker passt die Extrahärtung daher an den jeweiligen Brechungsindex an. Damit der Brechungsindex stimmt, kommen zusätzliche Materialien zum Einsatz. Hier handelt es sich meist um Nanokompositmaterial, das winzige Mengen von Zirkon, Zinkoxid und Titan enthält. Das verhindert Farbsäume, wie sie manchmal auf dickeren Gläsern aus einem bestimmten Blickwinkel zu sehen sind. Das sollte zwar nicht der Fall sein, kommt aber immer wieder vor. Die hochwertige Beschichtung verhindert auch Fehler bei den Abbildungen.

Fazit: 

Die Extrahärtung von Brillengläsern ist eine aufwändige Veredlung. Deshalb haben viele extra gehärtete Kunststoffbrillengläser eine längere Lebensdauer als Mineralbrillengläser.